Enterprise-IT-Architektur

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Enterprise-IT-Architektur
TypKonzept
QuellenQuelle - Effektive Softwarearchitekturen
Quelle - Recherche - Softwarearchitektur heute 2026
Erstellt2026-09-27
Aktualisiert2026-09-27
Tagssoftwarearchitektur, enterprise-architektur, it-strategie, anwendungslandschaft, togaf

Die Architektur der gesamten IT-Landschaft eines Unternehmens, oberhalb einzelner Softwaresysteme. Enterprise-Architekten verwalten das Portfolio aller Anwendungen, geben Referenzarchitekturen vor, senken Infrastrukturkosten und sorgen dafür, dass die IT die Geschäftsprozesse unterstützt (Business-IT-Alignment). Ihr Hauptziel ist, die Komplexität nicht weiter wachsen zu lassen.

Die Architekturpyramide

Nach Gernot Dern (Quelle - Effektive Softwarearchitekturen, S. 349–350), von oben nach unten:

  1. Strategie: Ziele der Organisation, Wege dorthin und ihre Grenzen.
  2. Business-Architektur: Geschäftsprozesse und betriebswirtschaftliche Funktionen, noch ohne Bezug zu Software.
  3. Informationsarchitektur: Struktur und Zusammenspiel aller IT-Systeme (IS-Portfolio, Anwendungslandschaft), Informationsflüsse und Schnittstellen. Hier arbeiten die Enterprise-IT-Architekten.
  4. Softwarearchitekturen einzelner Systeme (Softwarearchitektur).
  5. IT-Infrastruktur: Hardware, Netze, Betriebssysteme, Datenbanken, Middleware, also Dinge, die man anfassen kann.

Die oberen Ebenen setzen den unteren Randbedingungen. Einzelne Systeme sind die Bausteine der Informationsarchitektur; für sie gelten dieselben Prinzipien wie im Kleinen: klare Schnittstellen, bewusste Abhängigkeiten (S. 351).

Einordnung (Claude)

Der Begriff „Informationsarchitektur“ bedeutet hier etwas anderes als in der UX: Dort ist die Struktur von Inhalten und Navigation einer Website gemeint (Informationsarchitektur). Hier geht es um die Landschaft aller Anwendungen eines Unternehmens.

Aufgaben

  • Infrastrukturkosten managen: Server konsolidieren, Lizenzen verwalten, mit anderen Firmen vergleichen (Scorecarding) (S. 351).
  • IS-Portfolio managen: Grosse Unternehmen haben Hunderte bis Tausende Anwendungen; einige deutsche Autohersteller über 3000 eigenentwickelte Server- und Mainframe-Systeme. Budgets von mehreren hundert Millionen Euro im Jahr. Die Anforderungen kommen aus dem Geschäft, aus technischen Strategien (z. B. nur noch zwei statt vier Betriebssysteme), aus Fusionen und aus Regulierung (SOX, Basel II, Solvency II). Ergebnis sind langfristige Architekturpläne, die Projekte in eine zeitliche Ordnung bringen (S. 352–353).
  • Referenzarchitekturen (Blueprints) vorgeben: Einsatzbereich, abstrakte Strukturen, technische Vorgaben, eventuell Prozesse. Sie entstehen wie gute Entwurfsmuster aus funktionierenden Systemen, nie nur auf dem Papier. Starke warnt vor „pauschalen Modetrends“ wie CORBA, EAI oder SOA als Einheitslösung. Wiederverwendbares zu bauen ist zwei- bis dreimal so aufwendig wie eine Einmallösung (S. 353–355).
  • Weiter: IT-Strategie mitgestalten, die Landschaft kartografieren, IT-Governance umsetzen (etwa nach COBIT), IT-Budgets steuern (S. 355).

Tipps

  • Homogenisierung und Standardisierung senken Komplexität und Kosten. Wer Standards durchsetzen will, braucht aber Rückhalt im Management, die „Insignien der Macht“.
  • Zu viel Standardisierung kostet Planungs- und Kontrollaufwand. Abweichungen sind erlaubt, wenn man ihren Preis kennt: „Kein Mensch möchte in einem Reinraum leben.“
  • Die Landschaft mit denselben Sichten und Diagrammen kartografieren wie einzelne Systeme (arc42).
  • „Komplexität sinkt niemals von alleine.“ Schon gute Arbeit ist es, wenn sie nicht weiter wächst (S. 356).

TOGAF

The Open Group Architecture Framework ist ein generisches Rahmenwerk für Unternehmensarchitekturen mit der Entwicklungsmethode ADM und vier Architekturtypen: Business, Information/Data, Application und Technical Architecture. Starke hält es für die Modellierung einzelner Systeme kaum geeignet, lobt aber die klare Begriffsbildung (S. 181–182).

Veraltet seit der Quelle

Das Buch nennt TOGAF 9. The Open Group veröffentlichte am 25. April 2022 den TOGAF Standard, 10th Edition: modularer aufgebaut und mit mehr Anleitungen, etwa für agile Unternehmen und digitale Transformation (Quelle - Recherche - Softwarearchitektur heute 2026). COBIT ist im Wiki schon aus der Sicherheit bekannt (IT-Audit, aktuell COBIT 2019 nach Quelle - Recherche - Sicherheitsstandards und Bedrohungslage 2026).

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