Unternehmung

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Unternehmung
TypKonzept
QuellenQuelle - BWL Grundlagen Zusammenfassung
Quelle - Recherche - Schweizer Gesellschafts- und Wirtschaftsrecht 2026
Erstellt2026-09-25
Aktualisiert2026-09-25
Tagsbetriebswirtschaft, unternehmung, systemdenken

Eine produktionsorientierte Wirtschaftseinheit, die für fremden Bedarf produziert. Sie wird als offenes, dynamisches, komplexes, autonomes, marktgerichtetes, produktives soziales System verstanden.

Wirtschaftseinheiten

Haushalte sind konsumorientiert und decken den Eigenbedarf (Konsumationswirtschaften). Es gibt private Haushalte (Einzel- und Mehrpersonenhaushalte) und öffentliche Haushalte (Bund, Kanton, Gemeinde). Unternehmungen sind produktionsorientiert und decken primär den Fremdbedarf (Produktionswirtschaften) (Quelle - BWL Grundlagen Zusammenfassung).

Träger Eigenbedarfsdeckung Fremdbedarfsdeckung
öffentliche Hand öffentliche Haushalte öffentliche Unternehmungen und Verwaltungen; gemischtwirtschaftliche Unternehmungen
private Hand private Haushalte private Unternehmungen; gemischtwirtschaftliche Unternehmungen

Private und öffentliche Unternehmungen

Unterscheidungskriterien:

  • Rechtliche Grundlage: Privatrecht (OR, ZGB) oder öffentliches Recht (z.B. SBB)
  • Kapitalbeteiligung: Besitzt die öffentliche Hand mehr als 50 %, liegt ein öffentlicher Betrieb nahe (Nationalbank, BKW Energie).
  • Grad der Selbstbestimmung: Wird die Entscheidungsfreiheit durch die öffentliche Hand eingeschränkt?
  • Gewinnorientierung: Öffentliche Unternehmungen streben Kostendeckung an, private Gewinn.

Öffentliche Unternehmungen sind vor allem in der Ver- und Entsorgung, im Verkehr, im Kredit- und Versicherungswesen (Kantonalbank, AHV/IV), in Radio und Fernsehen sowie bei Post und Telefon tätig. Die öffentliche Verwaltung ist die Gesamtheit der ausführenden Einheiten eines Staates. New Public Management (wirkungsorientierte Verwaltungsführung) ist ein umfassender Ansatz, um Strukturen und Abläufe der Verwaltung zu gestalten.

Überholt

Das Beispiel Swiss als gemischtwirtschaftliche Unternehmung galt 2002. Lufthansa kündigte die Übernahme im März 2005 an und schloss sie am 1.7.2007 ab. Seither ist Swiss Teil der Lufthansa Group (Quelle - Recherche - Schweizer Gesellschafts- und Wirtschaftsrecht 2026).

Typologie

Merkmal Ausprägungen
Branche Sachleistungsbetriebe (Gewinnung → Aufbereitung → Verarbeitung, über Natur-, Zwischen- und Endprodukte zum Kunden) und Dienstleistungsbetriebe
Grösse nach Beschäftigten, Bilanzsumme oder Umsatz (Tabelle unten)
Technisch-ökonomische Struktur vorherrschender Produktionsfaktor: personal-, anlagen-, material- oder energieintensiv. Fertigungstyp: Einzel- oder Mehrfachfertigung. Fertigungsverfahren: Werkstatt- oder Fliessbandprinzip
Rechtsform siehe Rechtsform
Kooperationsgrad, Internationalisierung siehe Unternehmungsverbindung
Standort siehe Standortwahl
Klasse Beschäftigte Bilanzsumme (Fr.) Umsatz (Fr.)
Kleinbetrieb unter 50 unter 1 Mio. unter 5 Mio.
Mittelbetrieb 50–1000 1–25 Mio. 5–50 Mio.
Grossbetrieb über 1000 über 25 Mio. über 50 Mio.
Überholt

Die Tabelle der Quelle entspricht einer älteren Lehrbuch-Einteilung. Das Bundesamt für Statistik zählt heute Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten zu den KMU (Quelle - Recherche - Schweizer Gesellschafts- und Wirtschaftsrecht 2026):

Klasse Beschäftigte
Mikrounternehmen unter 10
Kleinunternehmen 10–49
Mittelunternehmen 50–249
Grossunternehmen ab 250

Rund 99,7 % der Schweizer Unternehmen sind KMU, knapp 90 % davon Mikrounternehmen.

Umsatzprozess

Der betriebliche Umsatzprozess besteht aus zwei gegenläufigen Strömen (Grafik S. 9):

  • Güterwirtschaftlich: Beschaffung von Arbeitsleistungen, Potential- und Repetierfaktoren und Informationen am Beschaffungsmarkt → Transformation in der Produktion → Halb- und Fertigfabrikate → Absatz am Absatzmarkt
  • Finanzwirtschaftlich: Mittel vom Geld- und Kapitalmarkt → Ausgaben an den Beschaffungsmarkt → Einnahmen vom Absatzmarkt → Rückzahlung an den Kapitalmarkt

Parallel dazu wird Aufwand (Kosten) zu Ertrag (Leistung).

Umwelt der Unternehmung

Die Unternehmung wird von ihrer Umwelt beeinflusst und prägt sie selbst (Grafik S. 11). Im Kreis um sie stehen die Anspruchsgruppen: Arbeitnehmer, Staat, Kunden, Konkurrenten, Kapitalgeber und Lieferanten. Aussen herum liegen vier Umweltsphären:

  • ökologisch: die Natur, ihre knappen Ressourcen und die Eingriffe des Menschen
  • technologisch: technischer Fortschritt, Natur- und Ingenieurwissenschaften
  • ökonomisch: die Einbettung in die Volks- und Weltwirtschaft
  • sozial: der Mensch als Individuum und in der Gemeinschaft (Familie, Kultur, Religion, Politik)
Einordnung (Claude)

Umsatzprozess, Anspruchsgruppen und Umweltsphären entsprechen dem St. Galler Management-Modell, das an Schweizer Hochschulen verbreitet ist. Die Quelle nennt es nicht beim Namen.

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