| Typ | Konzept |
|---|---|
| Quellen | Quelle - BWL Material- und Produktionswirtschaft Zusammenfassung Quelle - BWL Produkt- und Distributionspolitik Zusammenfassung |
| Erstellt | 2026-09-26 |
| Aktualisiert | 2026-09-26 |
| Tags | betriebswirtschaft, logistik, materialwirtschaft, distribution |
Die Steuerung eines Flusses materieller oder immaterieller Objekte, einschliesslich der Gestaltung des Systems aus technischen Einrichtungen und Planungs- und Entscheidungssystem. Sie verbindet Beschaffung, Produktion und Distribution zu einer durchgehenden Kette vom Lieferanten bis zum Endabnehmer.
Begriff
Die gesamtheitliche Sicht der Materialflüsse von den Lieferanten bis zu den Endabnehmern und die Systeme, die diese Flüsse steuern, heisst logistische Konzeption. Wegen der Internationalisierung und Globalisierung von Beschaffung, Produktion und Vertrieb hat sie stark an Bedeutung gewonnen (Quelle - BWL Material- und Produktionswirtschaft Zusammenfassung).
Die logistische Kette
| Teilsystem | Inhalt | Zuständig |
|---|---|---|
| Beschaffungslogistik (physisches Versorgungssystem) | Nachschub der Input-Faktoren | Materialwirtschaft |
| Interne Logistik (Produktionslogistik) | Versorgung des Produktionsprozesses, Verteilung der Ressourcen auf die Bereiche | Materialwirtschaft, Produktionswirtschaft |
| Distributions- bzw. Vertriebslogistik | Output an Konsumenten, Staat und Unternehmungen: Güter und Dienstleistungen wie Beratung, Service, Wartung, Ersatzteile | Marketing (Distributionspolitik) |
(Quelle - BWL Produkt- und Distributionspolitik Zusammenfassung, S. 26; Quelle - BWL Material- und Produktionswirtschaft Zusammenfassung, S. 7–9)
Wichtige Stufen: Lieferanten → Eingangslager → Transformationsprozess → Fertigwarenlager → Abnehmer (siehe Lagerhaltung).
Die Material- und Produktionsquelle beschreibt die Beschaffungslogistik (S. 9) mit „Die Kapitalgeber spielen eine zunehmend aktive Rolle in der Unternehmung“. Das passt nicht zur Logistik und ist vermutlich aus einem Abschnitt über die Kapitalbeschaffung verrutscht.
Ressourcen und Engpässe
Logistische Systeme bestehen aus Ressourcen (Produktivfaktoren): Land, Anlagen, Maschinen, Prozesse, Arbeitskräfte, Materialien, Werkzeuge, Patente, Lizenzen, Geld, Technologie und Informationen = Wissen.
- Engpässe begrenzen die Produktionsmenge und damit den Ertrag.
- Nicht-Engpässe werden nicht voll genutzt und belasten die Kosten.
Die Unterscheidung von Engpässen und Nicht-Engpässen ist der Kern der Engpasstheorie (Theory of Constraints, Goldratt, „Das Ziel“, 1984): Die Leistung der ganzen Kette bestimmt allein der Engpass. Eine Stunde, die man an einem Nicht-Engpass spart, ist wertlos.
Ebenen
- Fabrikebene: materielle Ebene, das Material fliesst durch den Betrieb und erfährt Wertschöpfung („direkte Bereiche“)
- Abteilungsebene: indirekte Aufgaben, die die Fabrik planen, steuern und überwachen
- Managementebene: Anpassung an Umwelt und Märkte, interne Integration und Koordination
Umwelteinflüsse auf das gesamtlogistische System: Wirtschaft, Politik, Gesellschaft, Technik (vgl. die Umweltsphären in Unternehmung).
Modelle
Die Beschreibung logistischer Systeme ist die Basis, um Abläufe zu modellieren und Planungssoftware zu bauen. Ein Modell ist eine vereinfachte Darstellung eines Ausschnitts der Wirklichkeit, verbal, grafisch, analog (Windkanal), arithmetisch (Bilanz) oder mathematisch (lineare Programmierung). In der Material- und Produktionswirtschaft werden dynamische, deterministische und stochastische Modelle eingesetzt.
Verwandt
- Materialwirtschaft – Beschaffungs- und interne Logistik
- Distributionspolitik – physische Distribution als Distributionslogistik
- Lagerhaltung – Lager als Knoten der Kette
- Just-in-time – lagerloser Fluss über die ganze Kette
- Produktionsplanung und -steuerung – das Planungs- und Entscheidungssystem
