Lagerhaltung

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Lagerhaltung
TypKonzept
QuellenQuelle - BWL Material- und Produktionswirtschaft Zusammenfassung
Quelle - BWL Produkt- und Distributionspolitik Zusammenfassung
Quelle - Recherche - BWL Nachprüfung und Heuristiken 2026
Erstellt2026-09-26
Aktualisiert2026-09-26
Tagsbetriebswirtschaft, materialwirtschaft, logistik, lager

Lagerbestände puffern Unterschiede in Zeit, Menge und Ort zwischen Zugang und Verbrauch. Die Lagerhaltung wägt Lieferbereitschaft gegen Lagerkosten ab und wählt Lagertyp, Lagertechnik und Einlagerungsregeln.

Begriff

Ein Lager ist ein Ort, meist ein Gebäude oder Raum, in dem Güter bzw. Vorräte gehalten werden. Lagerbestände haben Pufferfunktionen hinsichtlich Zeit, Menge und Ort (Quelle - BWL Material- und Produktionswirtschaft Zusammenfassung).

Lagermotive

Bestandsart Zweck
zyklisch grosse, periodische Bestellungen werden allmählich abgebaut
Sicherheitsbestand fängt erhöhte Nachfrage auf (Berechnung in Materialwirtschaft)
saisonal konstante Produktion, Überschuss aus schwachen Perioden wird gelagert
technologisch Lagerung steigert den Wert (Cognac, Whisky, Wein)
erntebedingt Agrarprodukte fallen zu bestimmten Zeiten an
Pipeline Ware unterwegs im Transport
Material-in-Arbeit Material in der Fertigung; in gut organisierten Betrieben klein
Entkopplung (Puffer) hält den Materialfluss aufrecht, wenn die vorgelagerte Station ausfällt
Pflichtlager gesetzlich vorgeschrieben
Spekulation, Sonderlager (Gefahrgut)
Aktueller Stand (2026)

Die Schweizer Pflichtlager gehören zur wirtschaftlichen Landesversorgung (Landesversorgungsgesetz LVG). Sie umfassen vier Kategorien: Nahrungs- und Futtermittel (Getreide, Zucker, Reis, Speiseöl, Kaffee), Energie (Benzin, Diesel, Heizöl, Flugpetrol, Uran-Brennelemente), Heilmittel (Antibiotika, Schmerzmittel, Impfstoffe) und Industriegüter (Kunststoffgranulat). Sie decken je nach Gut 3 bis 6 Monate Bedarf, bei Treibstoffen 4,5 Monate. Eigentümer sind nicht der Bund, sondern die Firmen selbst (Ende 2025 rund 280). Die Ware wird laufend umgeschlagen. Der Bund hilft mit Garantien für Bankkredite und steuerlichen Abschreibungen (Quelle - Recherche - BWL Nachprüfung und Heuristiken 2026).

Lagertypen

Nach Stellung im Fluss: Beschaffungs-, Eingangs-, Entkopplungs-, Fertigwaren- und Auslieferungslager, extern oder intern.

Zentrallager Dezentrallager
Vorteil tiefe Lagerkosten tiefe Transportkosten, kurze Lieferzeiten
Nachteil hohe Transportkosten hohe Lagerkosten

Die optimale Zahl von Aussenlagern liegt im Minimum der Gesamtkostenkurve aus Lager- und Transportkosten (Quelle - BWL Produkt- und Distributionspolitik Zusammenfassung; siehe Distributionspolitik).

Lagertechnik

Transport, Lagerung, Handhabung und Warten sind nicht wertschöpfend. Man nennt sie Cost Drivers.

Nach Höhe: Flachlager (bis 6 m), mittelhohe Lager (6–12 m), Hochregallager (bis 40 m hoch, 100 m lang), die am weitesten entwickelte Form.

Nach Objekt und Konstruktion: Block-, Regal- (Paletten-), Behälter- (Kleinteile-), Langgut-, Blech-, Fass- und Durchlauflager.

Einlagerungsregeln:

  • FIFO (first in, first out): z.B. Harasse im Blocklager
  • LIFO (last in, first out): z.B. Teppiche im Tunnellager
  • Festplatz: jeder Artikel hat seinen Stammplatz (halbautomatisch)
  • chaotische Lagerung: Der Computer speichert die Lagerorte. Ein Artikel kann an beliebigen freien Plätzen liegen (vollautomatisch).
Einordnung (Claude)

Chaotische Lagerung ist dasselbe Prinzip wie eine Hashtabelle oder die Blockverwaltung eines Dateisystems: Der physische Ort ist egal, solange ein Index ihn kennt. Grosse Online-Händler lagern bis heute so.

Fördermittel und Geräte: Regalbediengeräte, Hub- und Gabelstapler, fahrerlose Transportsysteme, Rollbahnen, Roboter, Krane, Hängebahnen, Kettenförderer. Dazu Hilfsmittel wie Container, Paletten, Tanks, Rampen und Gleisanschlüsse.

Software: Lagerverwaltung ist meist ein Modul eines grösseren Planungssystems (siehe Produktionsplanung und -steuerung).

Zielkonflikt

Je grösser der Lagerbestand, desto seltener Fehlmengen, desto höher aber die Lagerkosten (Kapital, Raum, Verderb). Just-in-time versucht, Lager weitgehend abzuschaffen. Die ABC-Analyse zeigt, wo sich genaues Bewirtschaften lohnt.

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