ABC-Analyse

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ABC-Analyse
TypKonzept
QuellenQuelle - BWL Material- und Produktionswirtschaft Zusammenfassung
Erstellt2026-09-26
Aktualisiert2026-09-26
Tagsbetriebswirtschaft, materialwirtschaft, entscheidungsmethode, pareto

Eine Methode, Güter nach ihrem Anteil am Verbrauchswert in drei Klassen einzuteilen: Wenige A-Güter machen den Grossteil des Werts aus und werden intensiv bewirtschaftet, viele C-Güter sind unbedeutend. Die XYZ-Analyse ergänzt sie um die Frage, wie gut sich der Bedarf vorhersagen lässt.

ABC-Analyse

Grundlage ist die Erkenntnis, dass wenige Güter einen grossen Teil des Verbrauchswerts ausmachen (Quelle - BWL Material- und Produktionswirtschaft Zusammenfassung).

Klasse Anteil am Verbrauchswert Anteil an der Menge Bewirtschaftung
A ca. 80 % ca. 15 % intensiv
B ca. 15 % ca. 35 % einfachere Methoden
C ca. 5 % ca. 50 % einfach

Vorgehen

  1. Für jedes Gut den Verbrauchswert berechnen: Menge × Preis
  2. Anteile in Prozent: Verbrauch in % = 100 · ME / Total, Verbrauchswert in % = 100 · GE / Total
  3. Güter nach Verbrauchswert absteigend ordnen und kumulieren
  4. Klassengrenzen ziehen

Beispiel (S. 25)

15 Artikel, Gesamtverbrauch 16 400 ME, Gesamtwert 56 600 GE.

Klasse Artikel Menge Wert
A R 6874, T 2880, D 1798, E 6185, N 2784, A 5831, P 1437 12,8 % 73,5 %
B R 8413, L 2741, L 3311 15,9 % 16,2 %
C M 7820, X 8427, M 7439, V 2828, B 4223 71,3 % 10,3 %

Der teuerste Artikel R 6874 (50 Stück zu 200.–) macht allein 17,7 % des Werts aus, aber nur 0,3 % der Menge. Umgekehrt hat M 7439 (5000 Stück zu –.20) 30,5 % der Menge, aber nur 1,8 % des Werts. Nachgerechnet, stimmt (bis auf eine Rundung: kumuliert 89,8 statt 89,7 %).

Einordnung (Claude)

Die ABC-Analyse ist eine Anwendung des Pareto-Prinzips (80/20-Regel): 20 % der Ursachen erklären 80 % der Wirkung. Dieselbe Verteilung findet man bei Kunden (wenige Grosskunden bringen den meisten Umsatz), bei Fehlern und bei Risiken. Deshalb lässt sich die Methode auch ausserhalb der Materialwirtschaft einsetzen, z.B. um in der Risikoanalyse Prioritäten zu setzen.

XYZ-Analyse

Sie ordnet nach der Prognostizierbarkeit des Bedarfs. Starke Schwankungen verursachen Schwierigkeiten und Kosten bei Lager und Bereitstellung.

Klasse Verbrauch Prognosefehler (Beispielwerte)
X konstant, gut prognostizierbar bis ca. 10 %
Y schwankend, mittelgut prognostizierbar ca. 10–50 %
Z völlig unregelmässig, sporadisch gross

Kombination

Aus ABC und XYZ ergibt sich das passende Beschaffungsprinzip (siehe Materialwirtschaft):

  • X- und Y-Güter → Beschaffung auf Vorrat. AX-Güter eignen sich besonders für Just-in-time: wertvoll und gut planbar.
  • Z-Güter → Einzelbeschaffung bei Bedarf
Einordnung (Claude)

Die Zuordnung AX → Just-in-time und CZ → einfache Vorratshaltung ist eine übliche Lehrbuchfaustregel. In der Quelle ist nur der Zusammenhang XYZ ↔ Beschaffungsprinzip ausdrücklich genannt.

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