Zugriffskontrolle

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Zugriffskontrolle
TypKonzept
QuellenQuelle - Informationssicherheit Zusammenfassung
Quelle - Recherche - Sicherheitsstandards und Bedrohungslage 2026
Erstellt2026-09-24
Aktualisiert2026-09-26
Tagsinformationssicherheit, authentisierung, autorisierung, logische-sicherheit

Logische Sicherheit: Wer bist du (Authentisierung), was darfst du (Autorisierung mit DAC, MAC oder RBAC), und was hast du getan (Accounting, Protokollierung, Monitoring)?

Komponenten der logischen Sicherheit

Identifikation und Authentisierung · Autorisierung · Zugriffsmodelle (DAC, MAC, RBAC) · Benutzerverwaltung · Rechnersicherheit · Accounting, Protokollierung und Monitoring (Quelle - Informationssicherheit Zusammenfassung).

Zwei Grundfunktionen:

  • Logon: Kontrolle des Verbindungsaufbaus (Identifikation und Authentisierung)
  • Access Control: Zugriffskontrolle auf Dateien, Programme und Prozesse (Autorisierung)

Authentisierung

  • Authentisierung ist die Überprüfung einer behaupteten Identität (UserID). Zwei Schritte:
    • Identifikation: Erkennen der Identität ohne Vorwissen (1:n)
    • Verifikation: Prüfen gegen eine Vorgabe (1:1)
  • Drei Arten von Merkmalen:
    Merkmal Beschreibung Beispiel
    logisch etwas, das man weiss Passwort, PIN
    physisch etwas, das man hat Chipkarte, Token
    biometrisch etwas, das man ist Fingerabdruck
  • Biometrie: Fingerabdruck, Gesicht (auch thermisch), Stimme, Schrift, Retina, Iris, Handgeometrie, Tastaturanschlag, Bewegung (Lippen, Gang), Körpergeruch, Venen, DNA, kombinierte Verfahren.
  • Ablauf der biometrischen Erkennung (Grafik S. 42): biometrisches Merkmal → Sensor (Rohdaten) → Aufzeichnung → Preprocessing → Merkmalsextraktion (Merkmalsvektor) → Vergleich mit Referenzdaten → Hypothese(n) → Entscheidung per Threshold → Ja/Nein. Weitere Verfahren können in die Hypothese einfliessen. Das ist dieselbe Kette wie in der Mustererkennung der Bildverarbeitung.

Authentisierungsprotokolle

  • Challenge and Response: Die Zentrale stellt eine unvorhersagbare Frage. Der Teilnehmer berechnet mit seinem Geheimnis die Antwort. Kennt die Zentrale das Geheimnis, ist das Verfahren symmetrisch, sonst asymmetrisch.
  • Zero Knowledge: asymmetrische Challenge-Response-Verfahren, bei denen sich beweisen lässt, dass während des Protokolls keinerlei Information über das Geheimnis preisgegeben wird.
  • Im Netz: PAP (Klartext), CHAP (Challenge/Response), S/Key, SecurID, Zertifikate → Netzwerksicherheit.

Autorisierung: drei Modelle

DAC (Discretionary Access Control)

Der Eigentümer bestimmt die Rechte. Umsetzung über Passwörter, Capability Lists, Access Control Lists oder Klassen (User, Group, Other).

Beispiel Unix (Grafik S. 42): -rwxrwxrwx userid groupid dateiname

  • Das erste Zeichen gibt den Typ an: - Datei, d Verzeichnis, l Link, b Block Device, c Character Device, p Pipe.
  • Danach folgen je drei Rechte für owner, group, other: r read, w write, x execute, - nicht gesetzt.
  • Spezialbits: s setuid, S setuid ohne x, T, und t sticky bit (nur der Owner darf die Datei löschen).

MAC (Mandatory Access Control)

Regelbasiert, nach dem Modell von Bell-LaPadula: ⟨Sensitivitätsgrad⟩⟨Schutzkategorie⟩ + „need to know“.

  • Jedes Subjekt und jedes Objekt trägt ein MAC-Attribut („Sensitivity Label“).
  • Der Owner kann MAC-Rechte nicht ändern (ausser mit spezieller Autorisierung) und keine MAC-Rechte an andere vergeben.
  • Kopien einer Datei sind automatisch gleich geschützt.
  • Reihenfolge der Prüfung: Subjekt → MAC → DAC → Objekt. MAC wird also zuerst geprüft, DAC schränkt zusätzlich ein.

Zwei Komponenten:

  • Classification: hierarchischer Sensitivitätsgrad, TOP SECRET > SECRET > CONFIDENTIAL > PRIVATE > PUBLIC
  • Compartment: nicht hierarchisch, teilt das System in disjunkte Bereiche („need to know“)

Beispiel (Matrix Classification × Compartment A/B/C): USER2 ist in Compartment A für CONFIDENTIAL bis PUBLIC eingetragen und darf auf alle Dateien in diesem Bereich zugreifen. DATEI1 (SECRET, A und B) und DATEI3 (TOP SECRET, C) bleiben ihm verschlossen.

Einordnung (Claude)

Bell-LaPadula schützt Vertraulichkeit mit zwei Regeln: no read up (nicht höher Eingestuftes lesen) und no write down (nicht in niedriger Eingestuftes schreiben). Diese Regeln stehen nicht in der Quelle. Vorsicht Namensgleichheit: MAC heisst hier Mandatory Access Control, in Hashfunktion dagegen Message Authentication Code.

RBAC (Role Based Access Control)

Jeder Benutzer erhält eine Rolle (z.B. Admin, Backup-Admin). Eine Rolle besteht aus Rights Profiles, also Bündeln von Rechten auf Dateien und Befehle. Vorteile: klare Trennung der Aufgaben, besseres Monitoring und Logging, least privilege, need to know.

Modell (Grafik S. 44): Security Attributes → Commands → Rights Profiles → Roles → Users. Authorizations werden den Profilen (und direkt den Usern) zugeordnet.

Beispiel Solaris 9: Die Rolle Operator ist dem User johnDoe zugewiesen. Sie enthält die Profile Printer Mgt, Media Backup und All. Printer Mgt bündelt die Authorizations solaris.admin.printer.read/modify/delete und Befehle mit Sicherheitsattributen (/usr/sbin/accept mit euid=0, /usr/ucb/lpq mit euid=lp).

4-Augen-Prinzip

Systemkritische Operationen werden von zwei Rollen oder Personen ausgeführt. Mögliche Umsetzung: gleichzeitiges Logon, Workflow (User 1 aktiviert, User 2 führt später aus) oder organisatorisch (gegenseitige Kontrolle). Das setzt die Funktionentrennung aus Informationssicherheit technisch um.

Rechnersicherheit

  • Teilaspekte: Zugriffsmechanismen, 4-Augen-Prinzip, Datenverschlüsselung, Bootschutz, Schutz der Ein- und Ausgabeschnittstellen.
  • Hardware: Prozessunterstützung, Speicherschutz, getrennte Ausführungsbereiche, I/O-Kontrolle, Partitionierung.
  • Prozesse: least privilege, preemptives Multitasking, Zustands-Stack, Swapping.

Accounting, Protokollierung, Monitoring

  • Accounting: Buchführung über den Ressourcenverbrauch (Prozesse je User, Data I/O, RAM, Disk, CPU) für Verrechnung, Security-Troubleshooting und Tuning. Steuerbar über Quotas.
  • Protokollierung: Zweck sind Nachvollziehbarkeit und Troubleshooting. Protokolliert werden Änderungen an Dateiattributen, Systemkonfiguration, Authentisierung (last login, Passwortwechsel) und Verbindungen. Es gibt sitzungsbezogene, objektbezogene und sicherheitsrelevante Protokolle.
    • Probleme: Die Logs müssen regelmässig gesichtet werden, Aufbewahrungsdauer und rechtliche Vorgaben sind zu klären. Grundsatz: so viel wie nötig.
  • Monitoring: Beobachtung laufender Vorgänge quasi in Echtzeit, mit Momentaufnahmen des Gesamtzustands.

Aktueller Stand (2026)

Passwortlose Anmeldung mit Passkeys (FIDO2/WebAuthn) ist im Alltag angekommen. Laut FIDO Alliance unterstützen über 15 Milliarden Online-Konten Passkeys, über eine Milliarde Menschen haben mindestens einen aktiviert. Google meldet 800 Millionen Konten mit Passkeys (Quelle - Recherche - Sicherheitsstandards und Bedrohungslage 2026).

Einordnung (Claude)

Ein Passkey ist ein Challenge-Response-Verfahren mit asymmetrischen Schlüsseln, wie es die Quelle beschreibt: Das Gerät signiert eine Zufallszahl des Servers mit dem privaten Schlüssel. Freigegeben wird der Schlüssel meist per Biometrie oder PIN. Damit ist es eine Multi-Faktor-Authentisierung (Besitz + Wissen oder Sein). Protokollierung und Monitoring laufen heute zentral in SIEM-Systemen zusammen.

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