Wahrscheinlichkeitsrechnung

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Wahrscheinlichkeitsrechnung
TypKonzept
QuellenQuelle - Mathematik Zusammenfassung
Erstellt2026-09-26
Aktualisiert2026-09-26
Tagsmathematik, stochastik, wahrscheinlichkeit

Die Mathematik des Zufalls. Die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses liegt zwischen 0 und 1. Bei gleich wahrscheinlichen Fällen ist sie günstige durch mögliche Fälle. Für „oder“, „und“ und „unter der Bedingung, dass“ gibt es den Additionssatz, den Multiplikationssatz und die bedingte Wahrscheinlichkeit.

Grundbegriffe

Die Wahrscheinlichkeit p(E) eines Ereignisses ist die relative Häufigkeit nach sehr vielen Versuchen (Quelle - Mathematik Zusammenfassung, S. 43):

  • sicheres Ereignis: p = 1, unmögliches Ereignis: p = 0
  • Gegenwahrscheinlichkeit: p̄ = 1 − p
Fehler in der Quelle

S. 43 gibt den Definitionsbereich mit „0 ≤ p < 1“ an. Richtig ist 0 ≤ p ≤ 1. Das sichere Ereignis hat genau p = 1, wie die Quelle eine Zeile darüber selbst sagt.

Laplace-Wahrscheinlichkeit: Sind alle Elementarereignisse gleich wahrscheinlich, gilt p(E) = günstige / mögliche Fälle = g/m. Die Fälle zählt man mit der Kombinatorik.

Beispiel: Urne mit 8 weissen, 8 schwarzen und 4 braunen Kugeln: p(weiss) = 8/20 = 0,4, p(weiss oder braun) = 12/20 = 0,6, p(keine braune) = 16/20 = 0,8.

Regeln

Verknüpfung Formel Bedingung
oder, allgemein p(A ∨ B) = p(A) + p(B) − p(A ∧ B) die Schnittmenge sonst doppelt gezählt
oder, unvereinbar p(A ∨ B) = p(A) + p(B) A und B schliessen sich aus
bedingt p(A | B) = p(A ∧ B) / p(B) Wahrscheinlichkeit von A, wenn B eingetreten ist
und, allgemein p(A ∧ B) = p(A | B) · p(B) = p(B | A) · p(A) abhängige Ereignisse
und, unabhängig p(A ∧ B) = p(A) · p(B) A hängt nicht von B ab
Fehler in der Quelle

S. 46 notiert die „und“-Verknüpfung für unabhängige Ereignisse als „p(A|B) = p(A) · p(B)“. Gemeint ist p(A ∧ B) = p(A) · p(B). Bei Unabhängigkeit gilt p(A|B) = p(A), die Bedingung ändert also nichts.

Beispiele aus der Quelle (S. 43–47)

Zwei Würfel (36 gleich wahrscheinliche Paare):

  • Summe 6 oder beide ungerade: 5/36 + 9/36 − 3/36 = 0,31 (Schnittmenge 15, 51, 33)
  • Summe 5 oder beide gerade: 4/36 + 9/36 = 0,36 (unvereinbar)
  • Summe grösser 5: 1 − 4/36 − 6/36 = 0,72
  • roter Würfel 4 und blauer 1 oder 6: 1/6 · 2/6 = 0,056

Münzen: drei Münzen alle Kopf: 1/8. Mindestens einmal Kopf: 1 − 1/8 = 0,875. Vier Würfe ohne Kopf: 1/16.

Ziehen ohne Zurücklegen (8 schwarze, 4 weisse Kugeln):

  • erst schwarz, dann weiss: 8/12 · 4/11 = 0,24
  • beide schwarz: 8/12 · 7/11 = 0,42
  • verschiedenfarbig: 2 · 0,24 = 0,48
  • die zweite ist schwarz: 4/12 · 8/11 + 8/12 · 7/11 = 0,67, also gleich wie die erste

Bedingte Wahrscheinlichkeit als Information: Wie stark ändert eine Zusatzinformation die Wahrscheinlichkeit?

  • Zahl bis 1000 durch 5 teilbar, wenn man weiss, dass sie gerade ist: p(A|B) = 0,1/0,5 = 0,2, gleich wie ohne Information. Die Ereignisse sind unabhängig.
  • Kugel 1–12 ist eine Primzahl, wenn man weiss, dass sie ungerade ist: p(A|B) = 4/6 = 0,67 statt p(A) = 5/12 = 0,42. Der Informationsgewinn beträgt Δp = 0,25.
  • Jasskarte ist Herz, wenn man weiss, dass sie eine Dame ist: 1/4 = 9/36, Δp = 0
Fehler in der Quelle

Beim Primzahl-Beispiel (S. 46) steht „Δp = 0,67 − 0,42 = 0,22“. Richtig ist 0,25.

Alle übrigen Beispiele nachgerechnet (Claude), sie stimmen.

Einordnung (Claude)

Löst man die Formel für die bedingte Wahrscheinlichkeit zweimal auf, erhält man den Satz von Bayes: p(A|B) = p(B|A) · p(A) / p(B). Er steckt hinter dem Bayes-Klassifikator der Mustererkennung. Die Risikoanalyse verwendet Wahrscheinlichkeiten als Eintrittshäufigkeit mal Schadenshöhe. Das Beispiel „die zweite Kugel ist schwarz“ zeigt übrigens eine oft verblüffende Symmetrie: Ohne Wissen über die erste Kugel ist die zweite genauso wahrscheinlich schwarz wie die erste.

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