| Typ | Konzept |
|---|---|
| Quellen | Quelle - Bildverarbeitung Zusammenfassung |
| Erstellt | 2026-09-24 |
| Aktualisiert | 2026-09-24 |
| Tags | bildverarbeitung, überblick |
Maschinelle Verarbeitung digitalisierter Bilder, von der Bildverbesserung bis zur Erkennung und Deutung von Objekten. Das Ziel ist die Automatisierung visueller Aufgaben.
Abgrenzung
- Bildverarbeitung im engen Sinn (picture/image processing): Bild → Bild (ikonisch).
- Mustererkennung und Bildanalyse (pattern recognition, image analysis): Bild → symbolische Beschreibung (Quelle - Bildverarbeitung Zusammenfassung).
Anwendungen: Industrieautomation, Qualitätskontrolle, Medizintechnik, Überwachung, Bildrestauration, Text- und Handschrifterkennung, Messtechnik, Videotechnik.
Stufenmodell
- Bildaufnahme
- Digitalisierung (Abtastung und Quantisierung)
- Vorverarbeitung: Grundabgleich, Gradations- und Weisspunktanpassung → Bildverbesserung, Bildfilter
- Segmentierung → Bildsegmentierung
- Merkmalsextraktion → Merkmalsextraktion
- Klassifikation → Mustererkennung
- Bildbeschreibung und -analyse → Wissensbasierte Bildanalyse
Mit der Segmentierung beginnt der Übergang von der numerischen zur symbolischen Darstellung (Quelle - Bildverarbeitung Zusammenfassung).
Menschliches Sehen als Vorbild
- Stäbchen (ca. 130 Mio.): nur Helligkeit, Dämmerungssehen. Zapfen (ca. 6 Mio.): drei Typen für das Farbsehen, empfindlich von 380 bis 760 nm.
- Unterscheidbar sind weniger als 100 Graustufen (im Kompressionskapitel: ca. 30), aber etwa 7 Mio. Farbtöne.
- Das Auge ist für objektive Messungen ungeeignet, weil Täuschungseffekte auftreten.
- Bewegte Szenen brauchen mindestens 25 Bilder/s (Quelle - Bildverarbeitung Zusammenfassung).
Widerspruch innerhalb der Quelle
Kapitel 1.3 nennt „weniger als 100 Graustufen“, Kapitel 13.1.2 „nur ca. 30 Grauwerte“, die das Auge unterscheiden kann (Quelle - Bildverarbeitung Zusammenfassung). Vermutlich sind unterschiedliche Messbedingungen gemeint (isoliert vs. im Bildkontext).
Grundbegriffe
- Bild: 2D-Abbildung eines Ausschnitts der 3D-Umwelt, als Bildfunktion b(x,y).
- Pixel / Voxel: Bildelement eines 2D- bzw. 3D-Bildes.
- Binärbild, Grauwertbild, Farbbild: zwei Werte, Helligkeitswerte bzw. Farbtupel pro Pixel.
- Abtasttheorem (Shannon): Die Abtastfrequenz muss mindestens doppelt so gross sein wie die höchste Signalfrequenz, sonst entsteht Aliasing.
- Punktoperation: Der neue Pixelwert hängt nur vom alten Wert ab, umgesetzt oft per LUT (Look-Up-Table).
- Lokale Operation (Nachbarschaftsoperation): Der neue Wert hängt von der Nachbarschaft ab: N4 (Kante an Kante), ND (diagonal), N8 (beides).
- Histogramm: Häufigkeit der Grauwerte, ohne Ortsinformation. Grauwertprofil: Grauwerte entlang einer Linie, mit Ortsinformation.
- Faltung: universeller Operator für lineare Transformationen über eine Maske (Kernel) → Bildfilter.
Aus den Abbildungen der Quelle
- Spektrale Empfindlichkeit (S. 8): Die Normspektralwertkurven x̄(λ), ȳ(λ), z̄(λ) des CIE-Normalbeobachters (1931, 2°) decken etwa 380–760 nm ab. z̄ hat sein Maximum im Blauen (~450 nm), ȳ im Grünen (~555 nm), x̄ im Roten (~600 nm) mit einem Nebenmaximum im Blauen (Quelle - Bildverarbeitung Zusammenfassung).
- Blockdiagramm eines Bildverarbeitungssystems (S. 9): Bildaufnahme → Grundeichung → Segmentierung (Vorder-/Hintergrund) → Klassifizierung → Objekterkennung → spezielle Bildverbesserung → Resultat. Zwischen den Stufen kann jeweils eine Bildverbesserung eingeschoben werden. Seitenzweige führen zu Darstellung, Codierung und Speicher.
- Datenstrukturen (S. 11): Bild-interleaved bedeutet ein Array pro Farbkanal [r,g,b] mit Elementen [x,y]. Pixel-interleaved bedeutet ein Array [x,y], dessen Elemente die Farbwerte [r,g,b] enthalten.
- Histogramm vs. Grauwertprofil (S. 11–12): Das Histogramm zeigt die Häufigkeit jedes Grauwerts, aber keine Ortsinformation. Das Profil zeigt die Grauwerte entlang einer Linie (Beispiel: Schnittlinie durch ein CT-Bild).
- Nachbarschaften (S. 12): N₄ (die vier Kantennachbarn), N_D (die vier Diagonalnachbarn) und N₈ = N₄ ∪ N_D.
Verwandt
- Farbmetrik – wie Farbe gemessen und beschrieben wird
- Bildverbesserung, Bildfilter – Vorverarbeitung
- Bildsegmentierung, Merkmalsextraktion, Mustererkennung – Weg zur Erkennung
- Bildcodierung – Speicherung und Übertragung
- Wissensbasierte Bildanalyse – höchste Stufe: Bildverstehen
