Verschlüsselung

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Verschlüsselung
TypKonzept
QuellenQuelle - Informationssicherheit Zusammenfassung
Quelle - Recherche - Kryptographie heute 2026
Erstellt2026-09-24
Aktualisiert2026-09-25
Tagskryptographie, verschluesselung, des, rsa

Moderne Chiffren: Stromchiffren und One-Time-Pad, symmetrische Blockchiffren wie DES (schnell, aber Schlüsselverteilung schwierig) und asymmetrische Verfahren wie RSA (kein Schlüsseltausch nötig, aber rechenintensiv).

Stromchiffren und One-Time-Pad

  • Bei einer Stromchiffre wird jedes Zeichen mᵢ mit einem eigenen Schlüsselzeichen kᵢ verschlüsselt. Sie ist synchron, wenn der Schlüsselstrom unabhängig vom Klartext erzeugt wird (Quelle - Informationssicherheit Zusammenfassung).
  • One-Time-Pad: cᵢ = mᵢ XOR kᵢ. Es ist perfekt sicher: Auch wer viele Klartext- oder Schlüsselbits kennt, kann jedes weitere Bit nur mit Wahrscheinlichkeit ½ raten, selbst mit unbeschränkter Rechenleistung. Voraussetzung: Der Schlüssel ist zufällig, so lang wie die Nachricht und wird nur einmal verwendet (vgl. Buchstabenwurm in Klassische Kryptographie).

Symmetrische Verschlüsselung

  • Ein gemeinsamer Schlüssel für beide Parteien. Einfachste Art der Verschlüsselung.
  • Schlüssel müssen wirklich zufällig erzeugt werden: unabhängig und gleichverteilt über den Schlüsselraum.
  • Vorteil: geringe Rechenleistung. Nachteil: Wie übermittelt man den geheimen Schlüssel?
  • Bekannte Verfahren: DES, RC4, IDEA.

DES

  • Bis zum 1.10.2000 das einzige standardisierte Verschlüsselungsverfahren.
  • Blöcke zu 64 Bit, Schlüssel 56 Bit + 8 Paritätsbits → 2⁵⁶ ≈ 7,2·10¹⁶ Schlüssel.
  • Feistel-Chiffre mit 16 Runden.
  • Ablauf (Grafik S. 28): Eingangspermutation IP → Block in zwei Hälften L und R zu je 32 Bit → 16 Runden mit Lᵢ = Rᵢ₋₁ und Rᵢ = Lᵢ₋₁ XOR f(Rᵢ₋₁, Kᵢ) → Schlusspermutation IP⁻¹. Aus dem 56-Bit-Schlüssel werden 16 Rundenschlüssel zu 48 Bit ausgewählt.
  • Rundenfunktion f: Expansion E (32 → 48 Bit) → XOR mit Kᵢ → acht S-Boxen (je 6 → 4 Bit, die einzige nichtlineare Stelle) → Permutation P → 32 Bit.
  • Betriebsarten: ECB (Electronic Code Book), CBC (Cipher Block Chaining), CFB (Cipher Feedback), OFB (Output Feedback). Dazu Triple-DES.

Asymmetrische Verschlüsselung

  • Jede Partei hat ein Schlüsselpaar: Der Public Key ist frei zugänglich, der Private Key bleibt geheim bei der Person.
  • Die beiden Schlüssel hängen über Einwegfunktionen mathematisch zusammen. Was mit dem Public Key verschlüsselt ist, kann nur der Private Key entschlüsseln.
  • Vorteil: Vorher muss kein Schlüssel ausgetauscht werden. Nachteil: hohe Rechenleistung.
  • Bekanntester Algorithmus: RSA (Rivest, Shamir, Adleman).

RSA-Beispiel

Durchgerechnetes Beispiel der Quelle (S. 30–31):

Schlüsselerzeugung

  1. Primzahlen p = 7, q = 11 wählen
  2. n = p·q = 77
  3. f = (p−1)(q−1) = 60
  4. p und q vernichten
  5. e mit 1 < e < f und ggT(e, f) = 1 wählen: e = 13
  6. d = e⁻¹ mod f mit dem erweiterten euklidischen Algorithmus (Pseudocode in der Quelle; gilt am Ende b₀ ≠ 1, gibt es kein Inverses): d = 37, denn 13 · 37 = 481 = 8 · 60 + 1. Danach f vernichten.

→ Public Key (e, n) = (13, 77), Private Key (d, n) = (37, 77)

Verschlüsselung c = mᵉ mod n: Die Nachricht m = 35702361 wird in Blöcke < n zerlegt (35, 70, 23, 61) und ergibt 35¹³ mod 77 = 63, 70¹³ = 42, 23¹³ = 23, 61¹³ = 40, also c = 63422340.

Entschlüsselung m = cᵈ mod n: 63³⁷ mod 77 = 35, 42³⁷ = 70, 23³⁷ = 23, 40³⁷ = 61 → m = 35702361. (Von Claude nachgerechnet.)

Fehler in der Quelle

Beim Entschlüsseln schreibt die Quelle „m1 = c1^e mod n = 35^37 mod 77 = 35“. Richtig ist m = c^d mod n = 63³⁷ mod 77 = 35: Es muss der Exponent d stehen, und die Basis ist der Geheimtextblock (63, 42, 23, 40), nicht der Klartext. Mit der Formel der Quelle käme 35³⁷ mod 77 = 7 heraus.

Einordnung (Claude)

Die Sicherheit von RSA beruht darauf, dass die Faktorisierung grosser Zahlen nach heutigem Wissen nicht effizient möglich ist. Wer n = 77 in 7 · 11 zerlegen kann, berechnet f und d sofort. Das ist eine Frage der Komplexitätstheorie. Die Einwegfunktion ist leicht zu berechnen, aber schwer umzukehren. Das Beispiel ist Textbook-RSA ohne Padding und deshalb unsicher. Auch der Block 23 wird auf sich selbst abgebildet.

Vergleich und Praxis

Vergleich laut Quelle (S. 31):

Asymmetrisch Symmetrisch
Geschwindigkeit langsam schnell
Datenmenge nur für kleine Datenmengen für grosse Datenmengen
Schlüsselaustausch einfach kompliziert
Implementationen wenige viele, aber nicht alle sehr sicher
Sicherheit hängt ab von nur der Schlüssellänge der Geheimhaltung
Einordnung (Claude)

Daraus ergibt sich die übliche Kombination (hybride Verschlüsselung): Die Nachricht wird symmetrisch verschlüsselt, der Sitzungsschlüssel asymmetrisch. So arbeiten SSL/TLS, S/MIME und PGP (Public-Key-Infrastruktur).

Aktueller Stand (2026)

Überholt

DES, RC4 und Textbook-RSA aus der Quelle von 2004 sind heute nicht mehr zulässig bzw. nicht mehr empfohlen.

Symmetrisch (Quelle - Recherche - Kryptographie heute 2026):

  • AES (FIPS 197, 2001) ist der Standard. DES ist gebrochen.
  • Triple-DES darf laut NIST (SP 800-131A Rev. 2) seit dem 31.12.2023 nicht mehr zum Verschlüsseln neuer Daten verwendet werden. Die Spezifikation wurde am 1.1.2024 zurückgezogen, nur das Entschlüsseln alter Daten bleibt erlaubt.
  • RC4 ist in TLS verboten (RFC 7465, 2015).

Asymmetrisch und Post-Quanten:

  • Ein grosser Quantencomputer könnte RSA und elliptische Kurven mit dem Shor-Algorithmus brechen. Gefährlich ist schon heute „harvest now, decrypt later“: Angreifer speichern abgefangene Daten und entschlüsseln sie später.
  • NIST hat im August 2024 die ersten drei Post-Quanten-Standards veröffentlicht: FIPS 203 ML-KEM (Schlüsselaustausch, aus Kyber), FIPS 204 ML-DSA (Signatur, aus Dilithium) und FIPS 205 SLH-DSA (hashbasierte Signatur, aus SPHINCS+). FN-DSA (Falcon, FIPS 206) ist Mitte 2026 noch ein Entwurf. HQC wurde 2025 als zusätzlicher KEM ausgewählt.
  • Laut NIST-Zeitplan (IR 8547) gelten RSA-2048 und ECC P-256 ab 2030 als veraltet. Ab 2035 sind quantenanfällige Verfahren nicht mehr zulässig.
  • In der Praxis ist der hybride Schlüsselaustausch X25519MLKEM768 (klassisch + ML-KEM) seit Ende 2024 Standard in Chrome und Firefox, inzwischen auch in Safari, bei Cloudflare und in OpenSSL 3.5+. Laut Cloudflare nutzte im April 2026 über zwei Drittel des menschlichen TLS-Verkehrs diesen Austausch. Standardisiert ist er in RFC 10024 (2026).
Einordnung (Claude)

Das Prinzip der hybriden Verschlüsselung aus der Quelle bleibt gültig. Es wird heute sogar doppelt angewendet: Für den Sitzungsschlüssel werden ein klassisches und ein Post-Quanten-Verfahren kombiniert. Das Ergebnis ist sicher, solange eines der beiden nicht gebrochen ist. ECB gilt als ungeeignet, üblich sind authentifizierte Modi wie AES-GCM.

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