Usability

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Usability
TypKonzept
QuellenQuelle - Praxisbuch Usability und UX
Quelle - Recherche - Usability und UX heute 2026
Erstellt2026-09-27
Aktualisiert2026-09-27
Tagsusability, gebrauchstauglichkeit, iso-9241, norm, ergonomie

Gebrauchstauglichkeit: das Ausmass, in dem ein Produkt von bestimmten Nutzern in einem bestimmten Kontext genutzt werden kann, um Ziele effektiv, effizient und zufriedenstellend zu erreichen (ISO 9241-11). Gute Usability bemerkt man kaum, schlechte sofort.

Definition

  • ISO 9241-11: „das Ausmass, in dem ein Produkt, System oder Dienst durch bestimmte Benutzer in einem bestimmten Anwendungskontext genutzt werden kann, um bestimmte Ziele effektiv, effizient und zufriedenstellend zu erreichen“ (Quelle - Praxisbuch Usability und UX, S. 34).
  • Drei Kriterien: Effektivität (Kann ich die Aufgabe erledigen?), Effizienz (Geht es schnell und bequem?), Zufriedenheit.
  • Begriffe: „Gebrauchstauglichkeit“ ist die korrekte Übersetzung und steht in den Normen. „Benutzerfreundlichkeit“ ist streng genommen die empfundene Qualität, wird aber meist gleichbedeutend verwendet. Die Autoren halten den Unterschied für akademisch (S. 59–60).
  • Abgrenzung: Usability ist der Kern der User Experience, beschränkt sich aber auf die eigentliche Nutzung und vor allem auf die Oberfläche (UI).

Die sieben Grundsätze der ISO 9241

Die wichtigste Norm für Software und Websites ist die DIN EN ISO 9241 „Ergonomie der Mensch-System-Interaktion“. Teil 151 enthält Leitlinien für das Web. Eine gebrauchstaugliche Anwendung ist (S. 61–62):

Grundsatz Bedeutung Beispiel
aufgabenangemessen leistet, was der Nutzer braucht, führt schnell zum Ziel keine unnötigen Pflichtfelder im Formular
selbstbeschreibend macht klar, was im jeweiligen Schritt zu tun ist klare Navigation, verständliche Anweisungen
steuerbar der Nutzer steuert, nicht das System Animation abbrechen, immer ein Weg zurück
erwartungskonform überrascht nicht, ist konsistent und hält Konventionen ein Links unterstrichen, Logo oben links
fehlertolerant fängt Fehleingaben ab, Korrektur mit wenig Aufwand siehe Formulargestaltung
individualisierbar passt sich Vorwissen und Vorlieben an gespeicherte Einstellungen
lernförderlich hilft, den Umgang Schritt für Schritt zu lernen Tastenkürzel neben dem Menüpunkt

Diese Grundsätze und die zehn Heuristiken von Jakob Nielsen dienen als Prüfkatalog im Usability-Review.

Weitere Normen

  • ISO 9241-210: Prozess der menschzentrierten Gestaltung, siehe Nutzerzentrierte Entwicklung.
  • ISO 14915: Multimedia; Eignung für Kommunikationsziel, Wahrnehmung, Exploration und Motivation.
  • ISO 25000 (SQuaRE): Softwarequalität mit Funktionalität, Zuverlässigkeit, Verwendbarkeit, Effizienz, Pflegbarkeit, Portierbarkeit. Die Qualitätskriterien überschneiden sich mit dem Softwaretest.
  • ISO 9000/9001: Qualitätsmanagement allgemein, für Websites wenig relevant.

Die Normen sind keine Checklisten, sondern fassen zusammen, was erfahrene Konzepter wissen. Ihr Wert: Ein internationales Expertengremium hat sich geeinigt, das überzeugt Zweifler (S. 59, 65).

Gibt es ein Usability-Gesetz?

Laut Auskunft des deutschen Wirtschaftsministeriums: nein, keine allgemeine Pflicht (S. 66). Indirekte Vorgaben kommen aus zwei Bereichen:

  1. Arbeitsschutz: Bildschirmarbeitsverordnung, Betriebssicherheitsverordnung (Arbeitsmittel müssen gebrauchstauglich sein, Fehlbedienung ist zu vermeiden), EU-Maschinenrichtlinie 2006/42/EG („leicht verständlich“).
  2. Barrierefreiheit: Pflicht für Behörden, siehe Barrierefreiheit.

Sonderfall Medizin: Hersteller von Medizingeräten müssen nach DIN EN 60601-1-6 und DIN EN 62366 einen formalen, dokumentierten Usability-Engineering-Prozess befolgen (S. 69).

Veraltet seit der Quelle

Die Bildschirmarbeitsverordnung wurde am 2. Dezember 2016 aufgehoben. Ihre Anforderungen stehen heute in Anhang 6 der Arbeitsstättenverordnung, konkretisiert seit 2024 durch die Technische Regel ASR A6 „Bildschirmarbeit“. Seit dem 28. Juni 2025 verpflichtet ausserdem das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz auch Unternehmen (Quelle - Recherche - Usability und UX heute 2026; Details auf Barrierefreiheit).

Warum sich Usability lohnt

  • Nutzer halten sich an Bekanntes; wer Standards einhält, bekommt ohne viel Aufwand gute Usability (S. 39).
  • Früh gefundene Probleme sind billiger zu beheben als nach dem Start (Usability-Test).
  • Überzeugen lässt sich das Management selten mit Zahlen. Jared Spools Rat: zuhören, welche Probleme die Entscheider haben, und zeigen, wie UX sie löst (S. 27).

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