Quelle - Praxisbuch Usability und UX

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Quelle - Praxisbuch Usability und UX
TypQuelle
Rohdateisources/Praxisbuch_Usability_und_UX __ Copy nvrs-tb2q-m9if-836w.pdf (nur lokal, per .gitignore vom Repository ausgeschlossen)
AutorJens Jacobsen, Lorena Meyer
Datum_quelle2017 (1. Auflage, Rheinwerk Computing; 3. korrigierter Nachdruck 2019)
FormatPDF (E-Book mit Wasserzeichen), 515 Seiten, mit Textebene
Erstellt2026-09-27
Aktualisiert2026-09-27
Tagsusability, user-experience, ux-design, webdesign, methoden, buch

Praxisbuch von Jens Jacobsen und Lorena Meyer (Rheinwerk 2017): woher die Regeln guter Bedienbarkeit kommen (Psychologie, Normen, Gesetze), welche Methoden man in welcher Projektphase einsetzt (User Research, Personas, Card Sorting, Prototypen, Usability-Tests, A/B-Tests, Analytics) und wie man einzelne Oberflächenelemente konkret gestaltet (Navigation, Schrift, Farbe, Formulare, Buttons, Suche, Filter).

Lizenz

Das PDF ist ein gekauftes E-Book (© Rheinwerk Verlag 2017) mit persönlichem Wasserzeichen. Es liegt nur lokal in sources/ und ist per .gitignore vom Repository ausgeschlossen, wie die anderen Bücher. Die Wiki-Seiten fassen in eigenen Worten zusammen.

Einordnung der Quelle

  • Autoren: Jens Jacobsen (freier Konzepter seit 1998, Blog benutzerfreun.de) und Lorena Meyer (Senior UX Consultant bei eresult, Standort München). Zusammen über 30 Jahre Praxiserfahrung (S. 29–30).
  • Ausgabe: 1. Auflage 2017, 3. korrigierter Nachdruck 2019, Rheinwerk Computing Bonn. ISBN 978-3-8362-4424-4 (E-Book).
  • Zielgruppe: Konzepter, Produktverantwortliche, Webdesigner und Entwickler, ohne Vorkenntnisse. Nützlich auch zur Vorbereitung auf das Zertifikat CPUX (S. 26).
  • Belege: Im Buch verweisen Kurzlinks bnfr.de/ux… auf Studien und Vorlagen. Viele Empfehlungen beruhen auf Studien der Nielsen Norman Group (Jakob Nielsen) und auf eigenen Usability-Tests der Autoren.
  • Stand: Beispiele, Werkzeuge und Rechtslage von 2017 und nur für Deutschland. Siehe Abschnitt „Veraltet“ unten.

Aufbau der Quelle

Kapitel Thema Eingeflossen in
1 Usability vs. User Experience Usability, User Experience
2 Nutzer fragen vs. beobachten, Nielsens 10 Heuristiken, Standards Usability-Review, Usability
3 Kurzzeitgedächtnis, Gestaltgesetze, Fitts, F-Muster, System 1/2, Sozialpsychologie Wahrnehmungspsychologie
4 ISO 9241, ISO 14915, ISO 25000, Gesetze, Leichte und Einfache Sprache Usability, Barrierefreiheit
5–6 Mobile First, Nutzungskontext, Gesten, neue Geräte, Wizard of Oz Responsives Webdesign, Usability-Test
7–8 Nutzerzentrierter Projektablauf, agil, Lean, MVP Nutzerzentrierte Entwicklung
9–10 Fokusgruppen, Befragungen, Vor-Ort-Beobachtung, Tagebuchstudien User Research
11 Personas, Use Cases, User Stories, Customer Journey Map Persona
12, 23 Card Sorting, Tree Testing, Sitemap, Navigation planen Informationsarchitektur
13–16 Scribbles, Wireframes, Papierprototypen, Mockups, Prototypen Prototyping
17–19 Usability-Test im Labor, Remote-Tests, Guerilla-Tests Usability-Test
20 Cognitive Walkthrough, heuristische Evaluation Usability-Review
21 A/B-Tests, Signifikanz, lokales Maximum A-B-Test
22 Web-Analytics: Absprung, Ausstieg, Ereignisse, Trichter Web-Analytics
24 Gestaltungsraster, Breakpoints, responsiv vs. adaptiv Responsives Webdesign
25–27 Navigationskonzepte, Header, Footer Informationsarchitektur, UI-Richtlinien
28–29 Farbe, Kontrast, Schrift, Zeilenbreite, Legasthenie Barrierefreiheit, UI-Richtlinien
30–31 Sprachwahl, nutzerfreundlich schreiben, SEO UI-Richtlinien
32–35 Bilder, Bildbühnen, Icons, Links und Buttons UI-Richtlinien
36–38 Formulare, Labels, Fehlermeldungen Formulargestaltung
39–44 Listen/Tabellen, Akkordeons, Animation, Suche, Filter, Styleguides UI-Richtlinien

Kernaussagen

  1. Usability ist ein Teil der User Experience. Usability misst, ob der Nutzer sein Ziel effektiv, effizient und zufriedenstellend erreicht (ISO 9241-11). UX umfasst alle Erfahrungen vor, während und nach der Nutzung, bis zur Lieferung und zum Kundendienst (Kap. 1; Usability, User Experience).
  2. Beobachten statt nur fragen. Menschen wissen oft nicht, was sie wollen, und tun anderes, als sie sagen. Befragungen helfen, Bedürfnisse zu finden; entscheiden müssen Tests mit Prototypen. Entwickelt wird iterativ nach ISO 9241-210 (Kap. 2, 7; Nutzerzentrierte Entwicklung).
  3. Der Usability-Test ist die wichtigste Methode. Fünf Testpersonen finden rund 85 % der Probleme, mehrere kleine Runden mehr als eine grosse. „Jeder Test mit jedem noch so ungeeigneten Nutzer ist besser als gar kein Test“ (Steve Krug, zitiert S. 207) (Kap. 17–19; Usability-Test).
  4. Die Regeln stammen aus der Psychologie und aus Gewohnheiten. Gestaltgesetze, Fitts' und Hicks Gesetz, Banner-Blindheit, Satisficing und Nielsens Heuristiken gelten für jede Oberfläche. Nutzer kommen mit dem Bekannten am besten zurecht: „Kennen Sie die Regeln und verletzen Sie diese nur, wenn Sie dafür einen wirklich guten Grund haben“ (S. 40) (Kap. 2–3, 44; Wahrnehmungspsychologie).
  5. Konkrete Richtwerte für Oberflächen. Beispiele: Fliesstext 16 px, 45–85 Zeichen pro Zeile, Touch-Ziele 44–48 px, Labels über dem Feld, Fehlermeldungen direkt beim Feld, Plus-Zeichen links beim Akkordeon, höchstens fünf Bilder in einer Bildbühne, kein Hamburger-Menü auf dem Desktop (Teil III; UI-Richtlinien, Formulargestaltung).
Widerspruch innerhalb der Quelle

Abbildung 1.1 (S. 35) ordnet Usability der Norm ISO 9241-210 und UX der ISO 9241-11 zu. Abbildung 4.1 (S. 60) und der Fliesstext (S. 34) sagen es umgekehrt: Usability nach ISO 9241-11, UX nach ISO 9241-210. Richtig ist die zweite Zuordnung, die erste Abbildung ist vertauscht.

Kleine Fehler in der Quelle
  • S. 403 verweist für die Gestaltgesetze auf Kapitel 4 (Normen). Gemeint ist Kapitel 3.
  • S. 230 verweist bei „Usability-Test“ auf Kapitel 20 (Reviews). Gemeint ist Kapitel 17.
  • S. 42 und 492 nennen Nielsens Heuristiken einmal „Heuristiken“, einmal „Usability-Guidelines“; inhaltlich dasselbe.
Veraltet seit 2017

Geprüft mit Quelle - Recherche - Usability und UX heute 2026:

  • Barrierefreiheit für Unternehmen: Das Buch sagt, für Firmen gebe es keine Pflicht (S. 68). In Deutschland gilt seit dem 28. Juni 2025 das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG), etwa für Onlineshops für Verbraucher; Kleinstunternehmen mit Dienstleistungen sind ausgenommen.
  • Behörden: Die BITV 2.0 wurde 2019 überarbeitet und verweist auf die EN 301 549.
  • WCAG: Das Buch nennt WCAG 2.0. Inzwischen gibt es 2.1 (2018) und 2.2 (Oktober 2023).
  • Werkzeuge: Piwik heisst seit Januar 2018 Matomo, Google Optimize endete am 30. September 2023, InVision am 31. Dezember 2024. Heute führt Figma.
  • Bildschirmarbeitsverordnung: am 2. Dezember 2016 aufgehoben, heute Anhang 6 der Arbeitsstättenverordnung.
  • Schweiz (im Buch nicht behandelt): Der Bund arbeitet nach eCH-0059 v3 (WCAG 2.1 AA). Die BehiG-Teilrevision mit Pflichten für Dienstleistungen Privater liegt seit Ende 2024 im Parlament.
  • Jakob Nielsen, im Buch vielzitiert, ist seit April 2023 im Ruhestand.

Betroffene Seiten

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