| Typ | Konzept |
|---|---|
| Quellen | Quelle - BWL Produkt- und Distributionspolitik Zusammenfassung Quelle - BWL Material- und Produktionswirtschaft Zusammenfassung Quelle - Praxisbuch Usability und UX |
| Erstellt | 2026-09-26 |
| Aktualisiert | 2026-09-27 |
| Tags | betriebswirtschaft, produktpolitik, innovation, forschung-und-entwicklung |
Alle technischen, markt- und produktionsorientierten Tätigkeiten in Forschung und Entwicklung, die ein neues oder verbessertes Produkt oder Verfahren schaffen. Der Weg führt von der Idee über den Prototyp und die Nullserie bis zur Markteinführung.
Warum wichtig
Gründe für die wachsende Bedeutung sind schneller technischer Fortschritt, die Erschliessung neuer Märkte und Wettbewerbsvorteile durch unterscheidbare Produkte (Quelle - BWL Produkt- und Distributionspolitik Zusammenfassung). Wer als Erster auf dem Markt ist, also die kürzeste Time to Market hat, gewinnt oft (Quelle - BWL Material- und Produktionswirtschaft Zusammenfassung).
Drei Phasen
- Anregungsphase: Ideen suchen und auswählen. Nur sehr wenige Ideen führen zum Erfolg.
- Konkretisierungsphase: die eigentliche Entwicklung eines marktfähigen Produkts
- Einführungsphase: Vorbereitung der Markteinführung
Ideen
- Ideenquellen: Forschung und Entwicklung, Marketing (Kundenkontakte), Produktion, Materialwirtschaft
- Suchverfahren:
- systematische Ideensammlung: eine zentrale Stelle sammelt und ordnet alle Anregungen
- analytische (diskursive) Methode: das Problem in Teilprobleme zerlegen, Teillösungen suchen und kombinieren
- intuitive Methode: Kreativität in lockerer Atmosphäre, z.B. Brainstorming
- Ideenauswahl: Ist die Idee wirtschaftlich interessant? Passt sie ins Sortiment? Wie gross ist das Risiko? Ist sie technisch machbar? Reicht die eigene Leistungsfähigkeit?
- Marktchancen: meist nur grob beurteilt (Entwicklungszeit und -kosten, Umsatzwachstum, langfristiger Erfolg gegenüber der Konkurrenz). Dafür eignen sich die Nutzwertanalyse (siehe Standortwahl) oder die Investitionsrechnung.
Die analytische Methode ist dieselbe Denkfigur wie der morphologische Kasten: Teilprobleme als Zeilen, Teillösungen als Spalten, eine Gesamtlösung als Pfad durch die Tabelle. Den Begriff verwendet die Quelle nicht.
Entwicklung
- Produkt- und Projektspezifikation: Die Produktspezifikation listet die Merkmale und Eigenschaften, die das Produkt haben soll. Die Projektspezifikation legt Budget, Zeitplan, beteiligte Stellen, deren Zusammenarbeit und den Raumbedarf fest.
- Konstruktionstechnische Entwicklung: Betriebswirtschaftlich müssen Zeitplan und Budget eingehalten werden. Fertigungstechnisch sollen die Herstellkosten tief bleiben. Dabei helfen konstruktive Gestaltungsprinzipien:
- Normung: einheitliche, überbetriebliche Festlegung von Grössen, Formen, Farben usw. für Einzelteile
- Typung: Festlegung der Typen eines Produkts, die sich nach Art und Grösse unterscheiden
- Baukastensystem: dasselbe Einzelteil kommt mehrmals in der Produktstruktur vor
- dazu passende Dimensionierung und Form (kurze Durchlaufzeiten), Werkstoffwahl, Toleranzen
- Prototyp: erste konkrete Ausführung in Einzelfertigung. Damit werden Mängel behoben und erste Marktreaktionen eingeholt. Ein Modell bildet dagegen nur besonders schwierige Teilfunktionen nach.
- Produktionsvorbereitung: Eine Vorserie (Pilot- oder Nullserie) deckt Mängel auf, die erst in der Serienfertigung auftreten.
Einführung
Instruktionshandbücher (Inbetriebnahme, Wartung, Reparatur), Schulung der Verkäufer und Händler, Vorführungen und Werbung, z.B. Inserate in Fachzeitschriften. Die Einführung ist zugleich die erste Phase im Produktlebenszyklus.
Parallel statt nacheinander
Die Material- und Produktionsquelle nennt Concurrent Design: Alle Entwicklungsaktivitäten, die gleichzeitig laufen können, werden parallelisiert. Entwicklungsentscheide bestimmen die späteren Herstellkosten stark mit, z.B. über modularen Aufbau, Normteile und eine kleinere Teilevielfalt (Quelle - BWL Material- und Produktionswirtschaft Zusammenfassung; siehe Produktionswirtschaft).
Prototypen in der Softwareentwicklung
Bei digitalen Produkten entspricht die Prototyp-Phase dem Prototyping mit Scribbles, Wireframes, Papierprototypen und klickbaren Prototypen. Diese werden mit Nutzern getestet, bevor programmiert wird. Statt einer einmaligen Abfolge laufen die Schritte iterativ nach ISO 9241-210 (Nutzerzentrierte Entwicklung; Quelle - Praxisbuch Usability und UX). Das Minimum Viable Product ist eine sehr frühe Nullserie mit echten Nutzern.
Verwandt
- Produktpolitik – Produktinnovation als produktpolitische Möglichkeit
- Produktlebenszyklus – neue Produkte lösen alte ab
- Produktionswirtschaft – Forschung, Entwicklung und Konstruktion auf Abteilungsebene
- Problemlösungsprozess – dasselbe Grundmuster: Idee, Bewertung, Entscheid, Umsetzung
- Prototyping – Prototypen digitaler Produkte
