Betriebswirtschaftliche Kennzahl

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Betriebswirtschaftliche Kennzahl
TypKonzept
QuellenQuelle - BWL Grundlagen Zusammenfassung
Erstellt2026-09-25
Aktualisiert2026-09-25
Tagsbetriebswirtschaft, kennzahlen, finanzen

Ein Verhältnis, mit dem die Erreichung der Formalziele gemessen wird. Die vier Grundkennzahlen sind Produktivität (Mengen), Wirtschaftlichkeit (Werte), Rentabilität (Gewinn zu Kapital) und Liquidität (Zahlungsfähigkeit).

Produktivität

Die Produktivität ist das mengenmässige Verhältnis zwischen Output und Input des Produktionsprozesses (Quelle - BWL Grundlagen Zusammenfassung):

Produktivität = Ausbringungsmenge der Faktorkombination / Einsatzmenge an Produktionsfaktoren

Für die ganze Unternehmung ist sie kaum messbar, weil sich unterschiedliche Mengeneinheiten nicht addieren lassen. Deshalb misst man Teilproduktivitäten:

  • Arbeitsproduktivität = ausgewertete Fragebogen / Arbeitsstunde
  • Flächenproduktivität = Umsatz / m²
  • Maschinenproduktivität = Stück / Maschinenstunde

Wirtschaftlichkeit

Die Wirtschaftlichkeit ist im Gegensatz zur Produktivität ein Wertverhältnis:

Wirtschaftlichkeit = Ertrag / Aufwand

Sie ist dimensionslos. Bei genau 1 entsteht weder Gewinn noch Verlust.

Rentabilität

Die Rentabilität setzt den Gewinn ins Verhältnis zum eingesetzten Kapital (auch Return on Investment, ROI):

  • Eigenkapitalrentabilität = Gewinn / ⌀ Eigenkapital · 100
  • Gesamtkapitalrentabilität = (Gewinn + Fremdkapitalzinsen) / ⌀ Gesamtkapital · 100

Erweitert mit dem Umsatz zerfällt die Rentabilität in zwei Faktoren:

Rentabilität = (Gewinn / Umsatz) · (Umsatz / ⌀ Kapital) · 100, also Umsatzrendite × Kapitalumschlag

Die Umsatzrendite heisst auch Umsatzgewinnrate oder Umsatzrentabilität.

Einordnung (Claude)

Die Zerlegung in Umsatzrendite × Kapitalumschlag ist die Spitze des DuPont-Kennzahlensystems. Sie zeigt, dass man die Rentabilität auf zwei Wegen steigern kann: mit höherer Marge oder mit schnellerem Kapitalumschlag.

Liquiditätsgrad

Grad Formel (· 100) Richtwert laut Quelle
1 (Cash Ratio) liquide Mittel / kurzfristiges Fremdkapital schwer anzugeben
2 (Quick Ratio) (liquide Mittel + Geldforderungen) / kurzfristiges Fremdkapital ca. 100 %
3 (Current Ratio) Umlaufvermögen / kurzfristiges Fremdkapital ca. 200 %

Beispiel: Büchsenhersteller (S. 24–25)

Aus 50 kg Blech entstehen 300 Büchsen, 10 % Ausschuss, 2 Sekunden Maschinenzeit pro Büchse. Variante B senkt den Ausschuss auf 4 %, braucht aber 0,2 Sekunden mehr pro Büchse. Preise: 1 kg Blech 1,20 Fr., Büchse 0,30 Fr., Maschinenstunde 90 Fr. (= 0,025 Fr./s).

Variante A Variante B
Büchsen aus 50 kg 300 (45 kg Nutzblech, 0,15 kg/Büchse) 48 kg / 0,15 kg = 320
Materialproduktivität 6 Büchsen/kg 6,4 Büchsen/kg
Maschinenproduktivität 1800 Büchsen/h 1636 Büchsen/h
Ertrag 300 · 0,30 = 90 Fr. 320 · 0,30 = 96 Fr.
Aufwand 60 + 300 · 0,025 · 2 = 75 Fr. 60 + 320 · 0,025 · 2,2 = 77,60 Fr.
Wirtschaftlichkeit 1,20 1,24

Die Teilproduktivitäten entwickeln sich gegenläufig, und eine Gesamtproduktivität ist wegen der verschiedenen Mengeneinheiten nicht berechenbar. Erst die Wirtschaftlichkeit als Wertgrösse entscheidet: Variante B ist vorzuziehen.

Einordnung (Claude)

In der Quelle steht bei b) „58 kg / 0,150 kg“. Gemeint ist das Nutzblech von 50 kg − 2 kg Ausschuss = 48 kg, das Ergebnis 320 Büchsen stimmt. Der Tippfehler stammt aus der eingescannten Lehrbuchseite. Alle übrigen Werte wurden nachgerechnet und stimmen.

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