Kinematik

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Kinematik
TypKonzept
QuellenQuelle - Physik für Dummies
Erstellt2026-09-27
Aktualisiert2026-09-27
Tagsphysik, mechanik, bewegung

Die Beschreibung von Bewegung ohne Frage nach ihrer Ursache: Strecke, Geschwindigkeit und Beschleunigung, verbunden durch wenige Gleichungen, die bei konstanter Beschleunigung gelten, vom Anfahren an der Ampel bis zur Flugbahn einer Kanonenkugel.

Grundgrössen

  • Strecke (Weg) s = x_E − x_A. Sie hängt vom gewählten Ursprung ab und kann negativ sein. In zwei Dimensionen gibt der Satz des Pythagoras die Entfernung (Quelle - Physik für Dummies, Kap. 3).
  • Geschwindigkeit v = Δs/Δt, Einheit m/s. Strenggenommen ein Vektor.
    • Momentangeschwindigkeit: was der Tacho gerade anzeigt.
    • Durchschnittsgeschwindigkeit v̄ = Gesamtweg / Gesamtzeit, inklusive Pausen. Berlin–Rom, 1500 km in 3 Tagen: 21 km/h, auch während man schläft.
    • Sie hängt davon ab, ob man die gefahrene Strecke oder die Luftlinie nimmt.
  • Beschleunigung a = Δv/Δt = (v_E − v_A)/(t_E − t_A), Einheit m/s². Auch Bremsen ist eine (negative) Beschleunigung. Es gibt mittlere und momentane, konstante und veränderliche Beschleunigung.

Bewegungsgleichungen bei konstanter Beschleunigung

Mit Startgeschwindigkeit v_A und der Zeit t = t_E − t_A:

  1. v_E = v_A + a·t
  2. s = v_A·t + ½·a·t²
  3. v_E² − v_A² = 2·a·s (enthält keine Zeit)
  4. mittlere Geschwindigkeit v̄ = (v_A + v_E)/2

Herleitung von (2) aus dem Start in Ruhe: Die Geschwindigkeit steigt linear, die mittlere ist v_E/2 = a·t/2, und s = v̄·t = ½·a·t² (Kap. 3). Gleichung (3) folgt, wenn man t aus (1) in (2) einsetzt.

Beispiele aus dem Buch:

  • Formel-1-Wagen: 400 m in 5,5 s aus dem Stand ergibt a = 2s/t² ≈ 26,4 m/s², etwa 2,7 g.
  • Bremsen von 60 km/h auf 0 in 10 s: a = −170 cm/s². Das Vorzeichen ist wichtig.
Einordnung (Claude)

Mathematisch ist die Geschwindigkeit die Ableitung des Weges nach der Zeit (v = ds/dt) und die Beschleunigung die Ableitung der Geschwindigkeit. Das Buch vermeidet die Differentialrechnung bewusst und arbeitet mit Differenzen Δ. Umgekehrt ist der Weg die Fläche unter der v-t-Kurve (Integralrechnung), daher das Dreieck ½·a·t².

Freier Fall und Wurf

Nahe der Erdoberfläche ist die Beschleunigung konstant g = 9,8 m/s² nach unten, für alle Körper gleich, wenn man den Luftwiderstand vernachlässigt (Gravitation).

  • Senkrechter Wurf: Kanone mit 860 m/s senkrecht nach oben. Am höchsten Punkt ist v = 0, also h = v_A²/(2g) ≈ 38 km, Steigzeit t = v_A/g ≈ 88 s. Ohne Luftwiderstand ist der Flug symmetrisch, die Gesamtflugzeit ist 176 s (Kap. 6).
  • Waagrechter Wurf: Golfball rollt mit 1 m/s über eine 5 m hohe Klippe. Die Fallzeit folgt aus der senkrechten Bewegung allein: t = √(2h/g) ≈ 1 s. In dieser Zeit fliegt er 1 m weit, beim Aufprall ist seine Geschwindigkeit (1; −9,8) m/s, Betrag ≈ 9,9 m/s (Kap. 4).
  • Schiefer Wurf unter dem Winkel θ: Die Bewegung zerfällt in zwei unabhängige Teile. Waagrecht bleibt v_x = v·cos θ konstant, senkrecht gilt v_y = v·sin θ − g·t. Die Bahn ist eine Parabel. Die grösste Reichweite erreicht man bei 45°, bei 860 m/s ohne Luftwiderstand etwa 75 km (Kap. 6).

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